2XJA

schütze
Wasser, Boden
& Gesundheit

Fragen & Antworten

Übergeordnete Fragen zur Kampagne

WWF Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Schweizerischer Fischerei-Verband, Aqua Viva, BirdLife Schweiz, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz und weitere Organisationen.

Wasser, Boden und Gesundheit schützen, Pestizide, Überdüngung und übermässigen Antibiotikaeinsatz stoppen. Mit 2xJa haben wir Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Chance dazu.

Mit 2xJa stellen wir die Weichen für eine nachhaltige Landwirtschaft in der Schweiz und einen sorgsamen Umgang mit Boden, Wasser und Gesundheit. Danach haben wir 8 und 10 Jahre Zeit, um bereits vorhandene Lösungen weiter zu verbessern und diese der gesamten Landwirtschaft zugänglich zu machen. So bleiben unsere Gewässer lebendig und unsere Böden fruchtbar – die Grundlage für eine zukunftsfähige landwirtschaftliche Produktion.

Pestizide, Antibiotikaresistenzen und Gülle gefährden das Trinkwasser und unsere Gesundheit Mit dem Ja zur Trinkwasserinitiative sorgen wir dafür, dass unsere Steuermilliarden zukünftig in eine pestizidfreie Lebensmittelproduktion fliessen, die Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzt und einen Tierbestand hält, den sie mit einheimischem Futter ernähren kann. Damit wird  nur noch eine zukunftsfähige Landwirtschaft mit Direktzahlungen unterstützt. Übergangsfrist ist 8 Jahren.

Mit dem Ja zur Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide sagen wir ja für eine Zukunft ohne synthetische Pestizide und zum Erhalt einer intakten Umwelt, eine der wichtigsten Grundlagen für unsere Versorgungssicherheit. Übergangsfrist ist 10 Jahren

Pestizide, Überdüngung und übermässigen Antibiotikaeinsatz stoppen!

Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 2’000 Tonnen Pestizide eingesetzt. Diese schädigen Lebewesen und belasten die Gewässer. Die Pestizide töten nicht nur Schädlinge. Die gesamte Artenvielfalt – darunter auch viele Nützlinge – leidet unter dem Giftcocktail.

Schweizer Bäche und Flüsse sind stark mit Pestiziden weit über den gesetzlichen Grenzwerten belastet. Und Rückstände von Pestiziden können über Jahre oder Jahrzehnte das Grundwasser verschmutzen – und somit auch das Trinkwasser: Eine Million Menschen in der Schweiz trinken Wasser, dessen Pestizidrückstände über den gesetzlichen Grenzwerten liegt.

Die Gewässer, Wälder und Wiesen in der Schweiz leiden zudem unter zu viel Dünger aus der Tierhaltung. Dieser führt in Gewässern zu Sauerstoffmangel und trägt zum Fischsterben bei. In Wäldern und Wiesen führt die Überdüngung zu einer Verarmung der Artenvielfalt und zur Schädigung der Schutzwälder.

Übermässiger Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung fördert die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien. Diese gelangen via Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Böden und verursachen den Eintrag von antibiotikaresistenten Keimen in Lebensmittel und in Gewässer.

Nicht erst seit Covid ist klar: Die Gesundheit von Ökosystemen, Menschen und Tieren hängt eng zusammen. Schädigen wir die Umwelt, schädigen wir auch uns selbst. Unser Umgang mit der Natur fällt früher oder später auf uns zurück — im Guten wie im Schlechten. Chemisch-synthetische Pestizide und Antibiotika vergiften Böden, Luft und Gewässer – auf Jahrzehnte. Es mehren sich medizinische Studien, die Pestizide mit schweren Krankheiten wie bestimmte Krebsarten und Erkrankungen aus dem neurodegenerativen Formenkreis in Verbindung bringen. Morbus Parkinson ist beispielsweise in Frankreich eine anerkannte Berufskrankheit von Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind. Am 13. Juni haben wir die einmalige Chance für einen agrarpolitischen Wandel, der den Begriff «Gesundheit» ganzheitlich denkt. Sowohl die Initiative für sauberes Trinkwasser als auch die Initiative für eine Schweiz ohne Pestizide verlangen einen gesunden Umgang mit der Natur, insbesondere in der Landwirtschaft.

Die parlamentarische Initiative, die als informellen Gegenvorschlag zu den beiden Initiativen gelten soll, ist sicher nicht genügend.

Die Agrarpolitik AP22+ und die parlamentarische Initiative zusammen hätten ein Gegenvorschlag zu den beiden Volksinitiativen sein können. Ein grosses Paket und ein kleines Paket (so hat auch der Bundesrat bis zur Sistierung der AP22+ kommuniziert). Das grosse Paket enthielt Vorschläge zur Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft. Das kleine Paket schlug Pflaster für die dringendsten Probleme vor. Jetzt kommt das grosse Paket nicht, und man versucht, die Pflaster als eine angemessene Lösung zu verkaufen.

Die negativen Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt sind und bleiben erheblich. Keines der 13 Umweltziele für die Landwirtschaft ist erreicht. Da die Politik nicht bereit war, angemessene systemische Lösungen für diese Umweltprobleme vorzuschlagen, wird das Volk am 13. Juni die Gelegenheit dazu haben.

  • Die parlamentarische Initiative konzentriert sich hauptsächlich auf Pestizide, mit einem kleinen Teil auf Nährstoffe. Aber alle systemischen Fragen bleiben unbeantwortet: Schutz der Biodiversität, Stärkung umweltfreundlicher Produktionssysteme und Umlenkung der Finanzströme, Abschaffung Fehlanreise, standortangepasste Landwirtschaft usw. 
  • Die Risikoreduktion im Absenkpfad für Pflanzenschutzmittel beschränkt sich auf die Bereiche Oberflächengewässer, Grundwasser und naturnahe Lebensräume. Andere Bereiche wie Boden, Luft, Schutz der AnwenderInnen und KonsumentInnen usw. werden darin nicht berücksichtigt. 
  • Im Absenkpfad für Nährstoffe sind keine verbindlichen Ziele verankert, minimale Reduktionsforderungen von 10-20% wurden vom Parlament abgelehnt, obwohl diese mit technischen Massnahmen erreichbar gewesen wären.
  • Keine Konsequenzen sind vorgesehen, wenn der Absenkpfad Nährstoffe nicht umgesetzt wird;
  • Mit der abgeschwächten Offenlegungspflicht kann der Bund Nährstofflieferungen nur ungenügend nachvollziehen, was hinderlich ist, um die Zielerreichung zu überprüfen. Intransparenz herrscht weiter.
  • Effiziente technische Lösungen zur Minderung der Stickstoffemissionen werden im Parlament ebenfalls bekämpft (Motion Hegglin 20.3672, Kommissionsmotion zur Suisse Bilanz 21.3004). 
  • Der Gewässerschutz wird im Parlament parallel weiter geschwächt: Motion Hösli 19.4374 zur Verkleinerung der Gewässerräume. Die Landwirtschaft wird weiter intensiviert, auf Kosten der Natur.
  • Die Umsetzung ist noch sehr unsicher: 
    • Es ist nicht garantiert, dass die Branche Massnahme greift;
    • Das Bundesamt für Landwirtschaft sieht vor, einen grossen Teil der Risikoreduktion durch Anwendungsauflagen beim Einsatz von Pestiziden, sogenannte risikominimierende Massnahmen zu erreichen (e.g. Abstände zu Gewässern). Dies ist hauptsächlich aus 2 Gründen kritisch: Erstens können Risikominimierende Massnahmen im Vollzug nicht kontrolliert werden! Man geht einfach davon aus, dass sie richtig umgesetzt werden. Zweitens werden der Eintragsweg von Pestiziden über hydraulische Kurzschlüsse (e.g. Strassenwasserabflüsse, Drainagen) in den Modellierungen zur Risikoreduktion nicht berücksichtigt. Die Resultate sind deshalb nicht verlässlich.

Fragen zum Handlungsbedarf

Viele Tierarten (insbesondere Insekten, Vögel, Amphibien) aber auch zahlreiche Pflanzenarten sind in der Schweiz vom Aussterben bedroht. Der Einsatz von Pestiziden und die Gülle- und Ammoniaküberschüsse aus den von Importfutter abhängigen Nutztierbeständen sind teilweise verantwortlich für die Zerstörung der Biodiversität. 60% der Insektenarten in der Schweiz sind gefährdet. Das Insektensterben, insbesondere bei den Bienen, bedroht unsere Lebensmittelproduk­tion. Vögeln und Fischen fehlt die Nahrungs­grundlage.

Die Schweiz gehört auch 2021 zu den Ländern mit einem besonders hohen Pestizideinsatz. Pro Jahr werden gut 2000 Tonnen Pestizide eingesetzt. Damit hat der Bund, die selbst gesetzten Ziele nicht annähernd erreicht. Bereits 2005 lautete das agrarpolitische Etappenziel, den Pflanzenschutzmittelverbrauch auf 1500 Tonnen jährlich zu senken. Eine gesetzliche Regelung für einen Verzicht auf synthetische Pestizide existiert bislang nicht, trotz der Schädlichkeit der einzelnen synthetischen Pestizide und Abbauprodukte sowie deren Kombination und ihre langfristigen Auswirkungen auf Böden- und Luftqualität, Trink- und Grundwasser, Biodiversität und die Gesundheit von Mensch und Tier und der damit produzierten Lebensmittel.

Ohne die Trinkwasserinitiative bleibt die Qualität unseres Trinkwassers durch die industrielle, von synthetischen Pestiziden, Importfutter und Antibiotika abhängige Lebensmittelproduktion dauerhaft bedroht. Das Ausmass der Belastung belegen aktuelle Messungen und Berichte des Bundesamts für Umwelt. Mindestens eine Million Menschen in der Schweiz konsumieren Trinkwasser, das mit Pestizidrückständen über dem gesetzlichen Grenzwert belastet ist.

Die heutige intensive Landwirtschaft schafft drei Probleme für das Trinkwasser: 1. Synthetische Pestizide und deren Abbauprodukte gelangen via Böden und Gewässer in unser Trinkwasser. 2. Durch die mit Importfutter künstlich überhöhte Produktion von Fleisch, Milch und Eiern gelangt viel zu viel Gülle und Ammoniak in die Böden, in die Luft und in die Gewässer. 3. Dies führt zu überhöhten Nitratbelastungen im Grund- und Trinkwasser. Ammoniak belastet zudem unsere Lungen mit Feinstaub, zerstört die Biodiversität und schadet dem Klima.

In der intensiven Nutztierhaltung werden tonnenweise Antibiotika eingesetzt. Das fördert die Entwicklung von antibiotikaresistenten Bakterien, die bereits heute zu den grössten Bedrohungen für die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung zählen. Diese gelangen via Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Flächen und so auch in unsere Nahrung, in die Gewässer und in unser Trinkwasser.

Bei dem Systemwechsel werden die Bäuerinnen und Bauern zusätzlich mit Bildung, Forschung und Investitionshilfen unterstützt, damit sowohl Qualität und Ertrag als auch ihr Einkommen nachhaltig gesichert sind.

Die Gewässer, Wälder und Wiesen in der Schweiz leiden unter zu viel Dünger aus der Tierhaltung. Dieser führt in Gewässern zu Sauerstoffmangel und trägt zum Fischsterben bei. In Wäldern und Wiesen führt die Überdüngung zu einer Verarmung der Artenvielfalt und zur Schädigung der Schutzwälder.

Übermässiger Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung fördert die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien. Diese gelangen via Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Böden und verursachen den Eintrag von antibiotikaresistenten Keimen in Lebensmittel und in Gewässer.

In den Preisen für Lebensmittel sind die Umwelt-, die Biodiversitäts- und die Gesundheitskosten nicht abgebildet. Gemäss ETH Studie (Alessa Perotti) wäre der wahre Preis mindestens doppelt so hoch.

Nasty Questions

Das vermeintliche Schweizer Fleisch, das wir konsumieren, ist ein Etikettenschwindel: Es wird zu 50% aus importiertem Futter erzeugt. Heute importieren wir 1.2 Millionen Tonnen Futtermittel. Um diese Mengen an Futtergetreide, Futtersoja etc. zu produzieren, braucht die Schweiz heute im Ausland eine Ackerfläche, die ebenso gross ist wie unsere eigenen Ackerflächen im Inland.

Selbst wenn wir unseren Fleischkonsum nicht reduzieren, ist es sinnvoller das Fleisch dort zu produzieren, wo auch das Futter angebaut wird. Erstens könnten wir dann unsere Ackerflächen ressourceneffizient für die direkte menschliche Ernährung nutzen. Zweitens würden wir nicht Unmengen an Stickstoff importieren. Drittens müsste mengenmässig weniger transportiert werden. Die Exportländer würden die Nährstoffe, die für die Produktion der Futtermittel benötigt werden, vor Ort selber produzieren. Bedingungen an die Importe müssen via Handelsabkommen platziert werden.

Das stimmt nicht. Im Moment zahlen wir zwei Mal: Einmal, um gewisse umweltschädliche Produktionsmethoden zu unterstützen (Direktzahlungen) und einmal, um die Schäden zu kompensieren bzw. die Probleme zu lösen (etwa für die künstliche Belüftung von Seen, für teure technische Trinkwasseraufbereitungsanlagen oder Kosten im Gesundheitswesen). Das heisst, die wahren Kosten der intensiven Landwirtschaft sind im Preis der Produkte nicht integriert. Sie werden aber trotzdem von den KonsumentInnen und BürgerInnen getragen!

Bezüglich einer möglichen direkten Verteuerung: Es ist davon auszugehen, dass die nach dem neuen Standard produzierten Lebensmittel zum gleichen Preis angeboten würden wie heute die Waren aus konventioneller Produktion.

Dies aus mehreren Gründen:

  1.   Es fallen keine Mehrkosten für Verarbeitung und Vertrieb kleiner Mengen an, wie dies heute etwa in der Bioproduktion der Fall ist. Erhöhte Margen lassen sich deshalb nicht rechtfertigen.
  2.   Die Mehrkosten für die Landwirtschaft werden nicht über die Preise, sondern über Direktzahlungen und Investitionsbeiträge entschädigt. Dies ist auch aus Sicht der öffentlichen Finanzen der richtige Weg, denn eine gesunde Umwelt nützt allen und gesunde Ernährung soll nicht nur für reiche Haushalte möglich werden.
  3.   Die Mehrkosten der Produktion werden über die Zeit sinken, wenn auch die Forschung und die Pflanzenzuchtprogramme konsequent auf den pestizidfreien Anbau ausgerichtet werden.
  4.   Bei einigen Kulturen verursacht der Verzicht auf synthetische Pestizide keine wesentlichen Mehrkosten, so im Grünland und teilweise im Rebbau. Grünland ist die weitaus wichtigste Kultur der Schweizer Landwirtschaft.

2xJa schafft endlich gleich lange Spiesse: Auch für alle nicht-landwirtschaftlichen Betriebe, die öffentlichen Hand und den Privatgebrauch wird ein Verbot von synthetischen Pestiziden gelten.

Ausserdem muss man deutlich sagen: die Anpassung der Landwirtschaft ist weitaus der effizienteste Hebel, um die Belastung durch Pestizide und Nährstoffe zu reduzieren sowie die Biodiversitätskrise anzugehen.

Der Schutz von Wasser, Boden und Gesundheit ist eine Verantwortung der Politik! Leider wollte sie nichts machen.

Der Wahl der Konsument*innen ist ein Mythos: im Moment zahlen wir zwei Mal: Einmal, um gewisse umweltschädliche Produktionsmethoden zu unterstützen (Direktzahlungen) und einmal, um die Schäden zu kompensieren bzw. die Probleme zu lösen (etwa für die künstliche Belüftung von Seen, für teure technische Trinkwasseraufbereitungsanlagen oder Kosten im Gesundheitswesen).

Auch Bürgerin und jeder Bürger die rein Bio konsumieren müssen mit ihren Steuern die heutige Landwirtschaft unterstützen.

Heute fehlt es in jeder Hinsicht an Kostenwahrheit. Umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich produzierte Lebensmittel müssten günstiger sein als mit synthetischen Pestiziden hergestellte. Das Gegenteil ist der Fall. Und der Handel schlägt auf ökologisch produzierte Lebensmittel eine grössere Gewinnmarge als auf das Basissortiment. Diese höheren Margen bestrafen heute umweltbewusste Konsumentinnen, verzerren den Markt und stehen der Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft im Wege.

Mit 2xJa fällt dies endlich weg, und alle KonsumentInnen können sich pestizidfrei produzierte Lebensmittel leisten.

Pestizide

Laut WHO sind Pestizide Substanzen oder Stoffmischungen aus chemischen oder biologischen Inhaltsstoffen zur Abwehr und Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern sowie Pflanzenwachstumsregulatoren. Synthetische Pestizide sind meistens stärker in der Wirkung, haben aber oft unerwünschte Nebenwirkungen auf Mensch und Umwelt. Ein Beispiel: Beim seit 2020 in der Schweiz verbotenen Chlorothalonil, einem Mittel gegen Pilzbefall, hatte man nach Jahrzehnten erst festgestellt, dass es ins Grundwasser sickert und «begründeten Verdacht auf krebserzeugendes Potential» hat, sowie als «allergisierender Stoff» wirkt. Das Mittel wurde seit den 1970er Jahren verwendet.

Weder Biozide noch Pestizide gehören in unsere Gewässer. Aber: Pestizide (Pflanzenschutzmittel) werden in der Landwirtschaft in grossen Mengen und sehr grossflächig angewendet. Mit dem Regenwasser gelangen sie direkt in unsere Gewässer und ins Grundwasser. Der Verbrauch von Bioziden ist vergleichsweise klein, vor allem aber werden sie nicht so grossflächig in die freie Natur ausgebracht wie Pestizide.

Untersuchung des Messprogramms Nationale Beobachtung der Oberflächengewässerqualität (NAWA) belegen, dass Pestizide aus der Landwirtschaft eine schwerwiegendere Belastung für die Gewässer darstellen als Biozide. Insgesamt wurden 84 Wirkstoffe von nur in der Landwirtschaft eingesetzten Pestiziden gefunden, aber nur 2 Wirkstoffe von Bioziden.

Zudem stammen Biozide in erster Linie aus Privathaushalten und werden über Abwasserreinigungsanlagen (ARA) als Siedlungsabwasser in Oberflächengewässer eingeleitet.

Biolandbau und Agrarökosysteme setzen nicht auf kurzfristige Symptombekämpfung, sondern arbeiten mit der Stärkung des Bodens, der Pflanzen, des gesamten Systems. Mittel werden zur Stärkung der Pflanzen eingesetzt. Die Produkte, die eingesetzt werden, sind nicht chemisch-synthetisch, sondern natürlichen Ursprungs. Auch der biologische Landbau braucht heute einige problematische Mittel wie z.B. Kupfer. Auch bei diesen problematischen Bioprodukten ist der Verzicht jedoch das klare Ziel in den nächsten 10 Jahren.

Das stimmt. Deswegen verbieten beide Initiative nicht Pflanzenschutzmittel und -massnahmen, sondern chemisch-synthetische Pestizide. Wenn die Gegner so tun, als ob alle Pestizide oder sämtliche Pflanzenschutzmassnahmen betroffen wären, ist das schlicht nicht wahr.

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