Der Biene droht der Untergang

Medienmitteilung

Bern, 20. Mai 2021

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Der Biene droht der Untergang

Pestizide gefährden die Bienen und alle anderen Insekten in der Schweiz: Anlässlich des 3. Weltbienentages macht ein Komitee von 50 Imkerinnen und Imkern auf die alarmierende Situation der Bienen aufmerksam. 

  • Pestizide aus der intensiven Landwirtschaft töten Bienen, Wildbestäuber und andere Insekten. In der Schweiz sind bereits die Hälfte aller Insekten bedroht.
  • Die Landwirtschaft ist in hohem Masse auf die Bestäubungsleistung der Bienen und Wildbestäuber angewiesen. Ihr ökonomischer Wert veranschlagt der Bund auf jährlich fast eine halbe Milliarde Franken. 
  • Ein Imker-Komitee macht nun auf die alarmierende Situation der Insekten aufmerksam und plädiert für ein 2xJa zu den zwei Pestizid-Initiativen am 13. Juni.   

 

Zitat Helena Greter, Zürcher Imkerin und Biologin: 

«Pestizide sind ein zusätzlicher, gefährlicher Stressfaktor für Bienen und andere Bestäuber. Sie greifen den Fitness- und den Orientierungssinn der Insekten an.»  

Zitat Anita Salzmann, Walliser Imkerin und Projektleiterin Wildbienen

«Damit Bienen auch in Zukunft unsere Ernährung sicherstellen, brauchen sie unsere Unterstützung. Es braucht ein 2xJa zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative!»

 

Imkerinnen und Imker stellen fest, dass Pestizide nicht nur Honigbienen massiven Schaden zufügen, sondern auch den etwa 600 Wildbienenarten im Land sowie den übrigen Insekten.  Schätzungsweise 75 Prozent der Biomasse von Insekten wurden in den letzten drei Jahrzehnten dezimiert. Unter den neueren Insektiziden sind die Neonicotinoide besonders schädlich, da sie in sehr geringen Konzentrationen wirken. Sie greifen das Nervensystem an, nicht nur von Insekten, sondern auch von Wirbeltieren, einschliesslich des Menschen. Aber auch Fungizide und Herbizide sind beteiligt. All diese Produkte reichern sich im Boden an, werden in die Gewässer ausgewaschen und landen letztlich in unserem Trinkwasser…

Honig- und Wildbienen werden durch Pestizide gleich in mehrfacher Hinsicht geschädigt: Sie nehmen die chemisch-synthetischen Wirkstoffe meist über den Nektar und Pollen der Blüten auf. Honigbienen tragen etwa 90 Prozent davon zurück in den Bienenstock. Dort können sie das gesamte Volk einschliesslich der Brut schädigen und sich auch im Honig und Wachs anreichern. Wie Daten des Deutschen Bienenmonitorings (Debimo) zeigen, sind Bienen in Agrarlandschaften einem Cocktail aus durchschnittlich 6,5 und in der Spitze bis zu 25 Wirkstoffen ausgesetzt.  In der Schweiz gibt es bis dato leider kein vergleichbares Monitoring. Doch auch hier ist die Situation für die Insekten desolat: Bereits über die Hälfte der Insektenarten sind in der Schweiz gefährdet. Besonders betroffen sind Insekten des Landwirtschaftsgebiets. Durch den Einsatz von zu vielen Ackergiften, Stickstoff- und Phosphordünger schwindet die Nahrungsgrundlage vieler Tiere. Zudem fehlen in den ausgeräumten Agrarlandschaften Futter- und Nistgelegenheiten. Dabei ist die  Bestäubungsleistung von Bienen und Wildbestäuber für Schweizer Acker- und Obstkulturen absolut zentral. Die Imkerei trägt gemäss einer Studie des Bundes fast eine halbe Milliarde Franken pro Jahr zur landwirtschaftlichen Produktion in der Schweiz bei. Umso unverständlicher ist es, dass die Insekten in der Schweiz nicht konsequenter geschützt werden. 

Aus Sorge um die Insekten hat sich nun eine Gruppe von Imkern schweizweit zusammengeschlossen. Sie sagen Ja zu den beiden Pestizid-Initiativen, welche am 13. Juni an die Urne kommen. Diese ebnen den Weg zum dringend benötigten Systemwechsel in der Landwirtschaft hin zu einer zukunftsfähigen, ökologischeren Produktionsweise. Bienengifte wie Neonicotinoide haben in der Landwirtschaft keine Zukunft! 

 

Kontakte für Medienschaffende: 

  • Philipp Sicher, Geschäftsleiter Schweizer Fischereiverband, Leiter 2xJa-Kampagne, 079 218 59 21